Einträge aus der Kategorie: Werbelektorat
Kleines ABC des Werbelektorats (IV)
Teil 4, T bis Z
T: Der Begriff Text geht zurück auf das lateinische Wort textum für Gewebe. Geschriebene Texte können also kunstvolle Gewebe aus Wörtern sein, die ihrerseits aus Buchstaben zusammengesetzt sind. Und wie entsteht so ein Text? Das ist ganz einfach, wenn man Wilhelm Busch Glauben schenken darf:
“Oft ist das Denken schwer, indes,
das Schreiben geht auch ohne es.”
U: Zeilenumbruch und Seitenumbruch bereiten allen an der Druckvorstufe Beteiligten Kopfzerbrechen, besonders wenn sie in letzter Minute wieder geändert werden.
V: Verlage verlegen Bücher. Viele Menschen verlegen ihre Brille. Wer ist verlegen?
W: Bei Werbelektorat geht es in erster Linie um Korrektorat. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Konsistenz werden von Werbelektorinnen und Werbelektoren sorgfältig geprüft – und das möglichst schnell, also lieber gestern als heute.
X: Lektoren und Lektorinnen lassen sich kein X für ein U vormachen!
Y: Yoga oder Joga? Yacht oder Jacht? Schreiben Sie doch, wie Sie wollen. Oder sehen Sie unter J nach.
Z: Zirka, Zirkus, Zentrum – mir gefällt die typisch deutsche Schreibweise mit Z statt mit C.
Kleines ABC des Werbelektorats (III)
Teil 3, N bis S
N: Fast könnte man meinen, die Normseite sei mit den Nornen verwandt, so sehr ist sie bzw. die Zahl ihrer Zeichen von Mythen umrankt. Dabei ist nichts Geheimnisvolles an ihr: Eine Normseite hat ca. 1500 Zeichen inklusive Leerzeichen. Punkt.
O: Ob Offsetdruck, Digitaldruck, E-Book oder Internettext – der prüfende Blick einer Korrektorin oder eines Korrektors darf nie fehlen.
P: PDF-Dateien erleichtern heute die Zusammenarbeit zwischen Grafik und Lektorat. Korrekturen direkt in der Datei ermöglichen einen papierlosen und unkomplizierten Informationsaustausch auch bei unterschiedlichen Betriebssystemen und Programmen. Siehe auch B.
Q: Beste Qualität bei der Textoptimierung zu leisten, ist der Antrieb jeder professionellen Werbelektorin und jedes professionellen Werbelektors.
R: Diskussionen um die Rechtschreibung werden, besonders im Zusammenhang mit der Rechtschreibreform, oft sehr emotional geführt. Dabei ist Rechtschreibung doch nur ein Hilfsmittel zur Kommunikation, ein Konstrukt an Spielregeln, die unseren Umgang mit Texten erleichtern sollen.
S: Guter Stil ist sehr begehrt, aber schwer zu erreichen. Deshalb gibt es die Stilberatung.
Kleines ABC des Werbelektorats (II)
Teil 2, G bis M
G: Allein auf das Wort Grammatik reagieren viele Menschen allergisch. Dabei macht ein wenig Einsicht in die Grundlagen der Grammatik das Schreiben eindeutig leichter.
H: Heute ist ein Wort, das im Werbelektorat weitgehend unbekannt ist. Denn jeder Auftrag hätte am besten schon gestern beendet sein sollen, auch wenn er erst heute erteilt wird. Siehe auch M.
I: Auch Werbetexte kommen nicht ohne Interpunktion oder Zeichensetzung aus. Nicht nur jedes Komma muss an der richtigen Stelle sitzen, auch Bindestriche, Gedankenstriche und Doppelpunkte führen gelegentlich zu Kopfzerbrechen und Auseinandersetzungen mit der Lektorin oder dem Lektor – vom Apostroph ganz zu schweigen.
J: Das J [jɔt] ist ein vielseitiger Buchstabe und deshalb leicht verwirrend. Im Spanischen wird J ausgesprochen wie [x] (z.B. in justo), im Französischen wie [ʒ] (z.B. in juste), im Englischen wie [dʒ] (z.B. in just).
Und schreibt man im Deutschen nun Jacht oder Yacht? Sie haben die Qual der Wahl, beides ist richtig.
K: Das Zauberwort des Werbelektorats heißt Konsistenz. Ein Text wirkt nur dann wie aus einem Guss, wenn Sie sich bei Wahlmöglichkeiten (wie bei Jacht/Yacht, siehe J) für eine Schreibweise entscheiden. Auch ein einheitliches Layout trägt entscheidend zu einem guten Text bei und muss deshalb beim Werbelektorat sorgfältig geprüft werden.
L: Gute Laune und Liebe zum Lektorat sind nicht die einzigen, aber auch nicht die schlechtesten Grundlagen für ein gutes Werbelektorat.
M: Morgen ist ein Wort, das im Werbelektorat völlig unbekannt ist. Denn jeder Auftrag hätte am besten schon gestern beendet sein sollen, auch wenn er erst heute erteilt wird. Siehe auch H.
Kleines ABC des Werbelektorats
Teil 1, A bis F
A: Die Angst des Korrektors vor dem übersehenen Fehler gehört dazu. Kaum zu glauben, aber wahr: Auch Lektoren sind nur Menschen.
B: Korrigieren am Bildschirm oder auf Papier? Beides!
C: Wenn der Chef persönlich schreibt, ist meist Diplomatie gefragt.
D: Das Durchkoppeln ist der Lektoren größtes Hobby und folglich häufigster Streitpunkt im Umgang mit Kunden und Grafikern.
Merke:
Zusammengesetzte Substantive im Deutschen werden zusammengeschrieben: Unternehmensführung
Zusammengesetzte Substantive im Englischen werden getrennt geschrieben: Key Account Management
Aus deutschen und englischen Wörtern zusammengesetzte Substantive werden durchgekoppelt, d. h. mit Bindestrichen verbunden: das Content-Management-System
E: Das kleine “elektronische” e vor Substantiven ist fehl am Platz. Nicht eMail, eCommerce, eBanking, sondern E-Mail, E-Commerce und E-Banking sind die richtigen Schreibweisen – auch wenn der Rest der Welt etwas anderes behauptet. Siehe auch F.
F: Fantasie und Kreativität sind bewundenswerte Eigenschaften. Mit drögen Rechtschreibregeln vertragen sie sich sehr schlecht.
Werbelektorat
Was macht eigentlich ein Werbelektor oder eine Werbelektorin? Wer braucht ein Werbelektorat?
Im Unterschied zum klassischen Lektor arbeiten Werbelektoren nicht für Verlage, sondern für Unternehmen und Agenturen, die Texte professionell präsentieren müssen.
Texte, die publiziert werden, sind nie im ersten Anlauf perfekt. In der Regel sind mehrere Bearbeitungsdurchgänge nötig, bis ein Text inhaltlich und stilistisch gelungen ist. Ein Text soll schließlich von seinen Leserinnen und Lesern so verstanden werden, wie das von seinen Urhebern beabsichtigt ist. Ungereimtheiten und Fehler können zu großen Missverständnissen und Unzufriedenheit bei der Zielgruppe führen und somit Unternehmen deutlich schaden.
Wie Sie selbst vielleicht schon einmal beim Verfassen eines etwas längeren Textes bemerkt haben, wird man schnell betriebsblind: Nach einiger Zeit liest man, was im Text stehen sollte, aber nicht das, was tatsächlich dort steht.
Deshalb ist es so wichtig, dass mehrere Augen über einen professionellen Text sehen. Ein erfahrener Werbelektor, der nicht in den kompletten Entstehungsprozess eines Textes eingebunden ist, sondern erst in der Phase der Schlussredaktion hinzugezogen wird, kann mit unvoreingenommenem Blick die inhaltliche und stilistische Konsistenz des Textes beurteilen und gegebenenfalls korrigieren. Werbelektorate sind Spezialisten für Sprache und ihre Regeln. Sie garantieren dafür, dass Texte auch den Regeln der Grammatik und den gültigen Rechtschreibregeln entsprechen.







