Einträge aus der Kategorie: (Un-)Sympathisch
Wunderbare deutsche Sprache
Das lokale amtliche Mitteilungsblatt ist mir ein immerwährender Quell sprachlicher Freude. Zurzeit hat es mir der Hundekottütenspender angetan. Was soll ich mehr preisen: eine Behörde, die ein solches Wort prägt und verbreitet, oder die deutsche Sprache, die derartige Wortverbindungen voller Poesie erst ermöglicht?
Welche Variationsmöglichkeiten sich darüber hinaus eröffnen: Denkbar wäre auch ein Hundekot-Tütenspender, Hundekottüten-Spender usw. usf. Eine Spende ist grundsätzlich zu begrüßen, nicht wahr? Der eine spendet Samen, der andere Kot, wieder andere spenden Tüten oder sogar Wörter.
Verhinderungspflege
Deutsch ist meine Muttersprache. Natürlich kenne und verwende auch ich nur einen Teil der deutschen Wörter („Die Schätzungen für den Umfang des Wortschatzes eines erwachsenen Muttersprachlers reichen von 3.000 bis 216.000 Wörtern“). Deshalb habe ich das Vergnügen, von Zeit zu Zeit auf neue Wörter zu stoßen und meinen Wortschatz zu erweitern.
Manchmal ist das Vergnügen sehr zweifelhaft – so beim Wort „Verhinderungspflege“, das kürzlich in mein Sprachleben polterte. Eine Kampagne für leichte Sprache gibt es schon. Wie wäre es mit einer Kampagne für freundliche Wörter? Verhinderungspflege klingt wie ein Dysphemismus für etwas, was gar nicht so schlimm sein sollte. (Retten möchte ich dieses Wort bestimmt nicht, auch nicht mit einer Tasche!)
Händy
Bekanntlich bedeutet das englische Wort handy so viel wie praktisch, handlich. Irgendwie und irgendwann wurde dieses Adjektiv zur hierzulande üblichen Bezeichnung für ein Mobiltelefon. Gelegentlich sieht man auch die Schreibweise Händy oder Händi. Viele finden diese eingedeutschte Schreibweise offenbar schrecklich.
Mir gefällt sie! Was für eine wunderbare Ironie des Sprachschicksals, wenn ein kurzes Wort mit fünf Buchstaben so geschmeidig zwischen den Welten wandert.
Inverkehrbringen
Manche Wörter fordern die Suche nach wohlklingenderen Synonymen geradezu heraus. „Inverkehrbringen“ ist ein solches Wort, das mir überhaupt nicht gefällt. Schlimmer klingt nur noch die „Inverkehrbringung“. Gibt es eigentlich ein Gesetz, das Substantivierung für Rechtsausdrücke verlangt?
Die Frage nach einem Synonym für das ungeliebte Wort ist auch noch offen. Any ideas?
Ein bisschen Spott
Ein bisschen Spott passt nicht nur zur närrischen Zeit und ein Werbespot mit Spott könnte so nett sein, wie dieser Schreibfehler sympathisch ist:
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Ganz ohne Spott sehe ich geflissentlich über das überflüssige Komma hinweg (so geht der Satz im Original weiter: In seinem neuesten Werbespot werden die Menschen aufgerufen, ...).
Da ich nun schon einmal dabei bin, aus dem Zusammenhang gerissene Sätze zu zitieren, spotte ich gleich weiter:







