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Ines Balcik, Sprachblog

IB-Klartext: Werbe- und Wirtschaftslektorat ° Korrektorat ° Redaktion

Einträge aus der Kategorie: Unterhaltsam



Münchner Weißwürscht

Ein Gastbeitrag von Elke Hesse, Wortgestalten

Als ich Danielas Beitrag zum Thüringer Weihnachtsgebäck las, musste ich unwillkürlich an den sprachlichen und kulinarischen Fauxpas denken, den ich vor vielen Jahren als frischgebackene Journalistenschülerin aus Nordrhein-Westfalen im ersten Monat in der bayerischen Landeshauptstadt beging. Mein Auftrag lautete, für die Journalistenschule eine mitreißende Reportage vom Aufbau des Oktoberfestes auf der Theresienwiese zu schreiben. Mal abgesehen davon, dass ich mich darüber wunderte, überhaupt keine Wiese vorzufinden, sondern einen größtenteils fest betonierten Platz, und dass ich darüber grübelte, wieso eigentlich jedes Jahr im September ein Fest beginnt, das den „Oktober“ im Namen trägt – schlich ich ansonsten mindestens anderthalb Stunden lang unter emsig arbeitenden Männern umher, die auf Gerüsten herumturnten, Bier tranken und sich mir unverständliche Sätze zuriefen. Ich traute mich nicht, auch nur einen von ihnen anzusprechen und zu interviewen, wie es sich für eine „gscheite“ Reportage gehört hätte.
Also blieb mir nichts anderes übrig, als später einfach meine Reportage zu erfinden. Das fiel mir gar nicht mal so sonderlich schwer, Fantasie hatte ich. Peinlich war nur, dass unser Lehrer, ein bekannter SZ-Journalist, am nächsten Tag vor versammelter Klasse über unsere Reportagen urteilte. Meine in der Hand haltend, grinste er süffisant, meinte: „Es geht doch nichts über eine gute Recherche, vor allem, wenn die Reporterin von jenseits des Weißwurstäquators kommt“, und er zitierte genüsslich: „Über der ganzen Theresienwiese liegt der Duft von frisch gebratenen Weißwürsten.“ Grölendes Gelächter. Schenkelklopfen. Zum Teil aber auch ratlose Gesichter, so wie meines.

Münchner Weißwürscht
Foto: © Eva Brandecker

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Thüringer Weihnachtsgebäck

Ein Gastbeitrag von Daniela Dreuth, Wortakzente

Wenn eine Sprachwissenschaftlerin in einen anderen Dialektraum umzieht – selbst, wenn sie eigentlich Fremdsprachen studiert hat –, fühlt sie sich eine Weile wie im Paradies. Mir jedenfalls ging es so, als es mich vor Jahren von Mittelhessen nach Thüringen verschlug. Jeden Abend berichtete ich meinem Mann begeistert von meinen Entdeckungen: neuen Wörtern, „merkwürdigen“ Aussprachen, faszinierenden Redewendungen. Auch musste ich feststellen, dass meine Zuhörer durchaus nicht alles verstanden, was ich sagte, manches gar amüsant fanden, obwohl ich mir doch einbildete, halbwegs Hochdeutsch zu sprechen. Besondere Fallstricke boten Einkäufe, vor allem beim hier Fleischer genannten Metzger. Beispielsweise war ich leicht beleidigt, als gleich mehrere Fleischereifachverkäuferinnen sich vor Lachen kringelten, als ich einen „Kringel“ Fleischwurst verlangte.

Zum Jahresende musste ich feststellen, dass der Ausdruck „zwischen den Jahren“ den Thüringern nicht geläufig ist. Diese vergnügten sich an meinem verblüfften Blick, als ich erstmals eine Frau sagen hörte, sie müsse jetzt aber dringend damit anfangen, „Schittchen“ zu backen. Schittchen? Schitte ist das Wort, das wir als Kinder benutzten, um das damals noch streng verbotene andere Wort mit Sch… zu umgehen! Was sollte da wohl gebacken werden? Es stellte sich heraus, dass es sich um „eine Stolle“ handelte, andernorts als der Stollen geläufig. Aber woher dieser Name?

Thüringer Weihnachtsgebäck
Foto: © Eva Brandecker

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Freund oder Feind?

Freud’sche Versprecher werden gerne auch zu Freud’schen Verschreibern. Wer weiß, welch grauenhafte Erlebnisse mit Kindern der Verfasser des Satzes unten durchlebte, bis aus dem ursprünglich geplanten Werbetext ein Abschrecksatz wurde:

#feindlich-freundlich

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Der, die, das Model

Die kleinen Sprachfreuden des Alltags teile ich am liebsten. Model* zum Beispiel, heute meist in dieser Aussprache anzutreffen. Kennt eigentlich noch jemand Model** der anderen Art, den Model mit lang gesprochenem o? Ein Model sieht zum Beispiel so aus:

Model
Foto: © Kurt Michel | pixelio.de

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Neuer Monat

Ein neuer Monat hat begonnen. Ein völlig neuer Monat!

Junli

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Autoren: Ines Balcik, Klaus Röhe, Verena Wróbel; Redaktion: Corinna Löckle-Götz, Joachim Neubold, Arkadiusz Wróbel